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Zeitungsbericht vom 04.02.2008 im "Neuen Tag":
 


Großes Erlebnis für kleine Gruppen

Touristik-Fachfrau Iveta Drážova ist in Waldsassen mit ihrem eigenen Reisebüro erfolgreich.

Waldsassen. „Reisegruppen werden immer kleiner“, sagt Iveta Drážova, die aus dieser Erkenntnis eine Geschäftsidee ableitete: Im März 2006 gründete die junge Tschechin, deren Vater in Cheb/Eger ein Reisebüro gehört, in der nordbayerischen Nachbarstadt Waldsassen eine eigene Touristik-Firma.

„Nichts besonders“, könnte man jetzt vielleicht meinen, wäre da nicht die Spezialisierung in einer Branchen-Nische: „i.d.ee-Reisen“ organisiert Ausflüge und Fahrten für ganz kleine Gruppen – ab sechs Leuten aufwärts.

„Viele Fahrten werden abgesagt“, weiß die Jung-Unternehmerin, die vor der Firmengründung in Waldsassen zuletzt vier Jahre in Italien gelebt und am Flughafen in Rom gearbeitet hat, über Ausflüge etwa in die tschechische Hauptstadt Prag: Denn für Reiseunternehmen, die mit großen Bussen unterwegs sind, rechnen sich Fahrten erst ab 25 bis 30 Gästen. Eine Gruppe in dieser Größe kommt aber außerhalb der Hauptreisezeiten kaum zustande. So müssen möglicherweise die zehn angemeldeten Reiseteilnehmer komplett auf den Trip in die „Goldene Stadt“ verzichten.

Zu sechst nach Prag

Hier greift das Konzept des Waldsassener i.d.ee-Reisebüros: Mindestens sechs Personen müssen es sein, dann kann der Prag-Ausflug starten – für, wie Iveta sagt, sensationelle 29,90 Euro – ein Preis, der seit Gründung der Firma vor nunmehr knapp zwei Jahren unverändert geblieben ist. Das Unternehmen selbst verfügt über einen VW-Bus sowie zwei weitere kleine Fahrzeuge mit 15 und 20 Plätzen. Wenn noch mehr Gäste mitfahren wollen, operiert die Firma mit tschechischen Partnern. Die stellen große Busse zur Verfügung, die Iveta notfalls auch selbst fahren kann.

„Das Geschäft läuft überraschend gut“, ist Iveta mit der Entwicklung ihres kleinen Unternehmens zu Beginn der dritten Saison seit Gründung zufrieden. „Wenn die Leute schon anrufen und sich nach dem Jahresprogramm erkundigen . . .“, freut sich die Jungunternehmerin über den Zuspruch. Neben den Tagesfahrten nach Prag, die vom Ausgangspunkt Waldsassen von vielen Touristen genutzt werden. Was die besonders schätzen: Morgens geht’s los, abends pünktlich zum Abendessen sind die Gäste wieder zurück.

Prag und Bäderdreieck

„Mit Inge und Belinda ist das wirklich klasse“, so lobt Iveta Drážova die Zusammenarbeit mit den beiden Mitarbeiterinnen im Tourist-Info-Büro am Waldsassener Johannisplatz. Dort werden Ausflugsfahrten nach Prag und zu den näheren Zielen im Bäderdreieck Böhmens angeboten, aber auch in Hotels und Pensionen in Waldsassen und Umgebung. Auch in umgekehrte Richtung laufen die Touren: Von Franzensbad aus werden Kurgäste zu den Sehenswürdigkeiten im Stiftland gebracht.

Ein Gläschen Sekt im Bus

In der Sommersaison beliebt: die Fahrten zum Freilicht-Theater in Loket (Elbogen), dieses Jahr unter anderem mit der Aufführung von Verdis „Aida“. „Wer einmal bei uns mitgefahren ist, ist immer wieder dabei“, freut sich die Reisebüro-Chefin über den Zuspruch. Bei den Fahrten herrscht fast familiäre Atmosphäre: Gäste im Mini-Bus werden da auch schon mit einem Gläschen Sekt überrascht.

Dass „i.d.ee-Reisen“ sich auf kleine Gruppen spezialisiert hat, haben inzwischen auch Vereine oder Firmen im Stiftland erkannt. Sie schätzen den angenehmen „Rundum-Service“, auch bei der Organisation von „Events“ – etwa Fallschirmspringen, Kanufahrten auf der Eger oder dem „Paintball“, einem Mannschaftssport, bei dem Gegenspieler mit Farbkugeln beschossen werden.

Expansionspläne

Geschäftssitz ist zurzeit ein Büro in Waldsassen, in der Wohnung ihres Lebensgefährten Otto Plommer. Als Vision aber schweben Iveta eigene Büroräume vor, in der sich eine Fachkraft um Anrufe und den Bürokram kümmert – vorausgesetzt, das Geschäft entwickelt sich weiterhin so gut wie bisher.

„Es wird dann schon etwas viel für mich alleine“, sagt die Tourismus-Fachfrau über die Anforderungen. Genervt ist sie deswegen aber nicht: „Ich mache das, weil’s mir Spaß macht“, sagt Iveta Drážova, die neben deutsch italienisch und englisch spricht – „und oberpfälzisch“, sagt sie schmunzelnd.